17
Bevor wir von Bord gingen entschuldigte sich der alte Kapitän bei uns. Er wollte die Sachlage klarstellen und uns seine Beweggründe mitteilen. „Seit die gefährlichen Kraken und Seepiraten ausgestorben sind, gibt es auf den weiten Meeren kaum noch eine Attraktion. Auch die Stürme sind aufs Festland verlegt worden.“ Er stopfte sich ein wenig Tabak in die Schmauchepfeife. „Das hat zur Folge, dass uns die Fahrgäste ausbleiben. Niemand verspührt heutzutage noch den Reiz einer Schiffahrt. Übersee ist ja nur einen Steinwurf entfernt.“
Er wies rüber zur Küste, an deren Steg das stolze Schiff nun lag. Die Matroseln beschäftigten sich damit, die schwere Windmaschine auszuladen. „Reisende nehmen lieber den Siebener, der auch nur sechzehn Minuten braucht.“
Bestürzt kramte Schalk nach seinem Fahrplan.
„So inszenieren wir“ fuhr der Seemann fort, „auf jeder Überfahrt einen Sturm. Exklussiv für die Passagiere.“
„Aber hier waren es zwei Stürme.“ warf Rubosch ein.
„Ja.“ nickte der Kapitän. „Als der erste Sturm vorrüber war hatte ein besonders gewitzter Matrosel die Idee mit der hellen Leuchte. Das fanden wir toll. Das mussten wir gleich ausprobieren.“
„Und wie haben Sie das Schiff so zum Schaukeln gebracht?“ erkundigte sich Schalk. „Berufsgeheimnis.“ Der Kapitän zwinkerte.
„Wir hätten den Siebener nehmen können.“ erklärte Schalk später bei unserem ersten Spaziergang in Übersee. „Nur hätten wir Anschlusschwirigkeiten gehabt: Der Zweier kommt erst zwei Minuten später an, nachdem der Siebener abfährt. Wir hätten eine halbe Stunde auf den nächsten warten müssen.“
Wir nickten und waren uns einig, dass wir eine schöne Reise nach Übersee hatten. „Immerhin haben wir einen Sturm erlebt.“ lachte Rubosch. „Und das Seefahrerleben hat uns doch auch Spass gemacht, oder?“ „Im Siebener hätten wir nichts dergleichen erlebt. Da wäre höchstens mal der Schäffner vorbeigekommen.“ stimmte Schalk zu.
So waren wir also in Übersee angekommen. Ein fernes Land mit fremden Sitten und Menschen. Wir wunderten uns über so vieles, was wir sahen und nicht verstanden. Aber es war ein gastfreundliches Land. Schon bei unserer Ankunft wurden wir begrüsst und bekamen Ringe aus Blumen umgelegt. Die Leute umschwirrten uns und staunten; waren wir für sie doch genauso fremd wie sie für uns. Der Pulk von neugierigen Eingeborenen liess uns nicht mehr allein, verfolgte jeden unserer Schritte, war ständig um uns herum. Nahm uns auch manchesmal die Sicht auf Sehenswürdigkeiten und Bauwerke, die uns selbstverständlich sehr interessierten. Auch als die Nacht hereinbrach verleissen uns die Gastgeber nicht. Wie es in fernen Ländern üblich war, kühlte es auch in Übersee nachts sehr schnell ab. Nichts vom frühlingshaften Klima blieb, manchmal konnte es sogar schneien. Unsere Gastgeber froren nun. Sie trugen ihre Sommerkleidung und hatten nicht mit Besuch gerechnet, der über Nacht blieb.
Er wies rüber zur Küste, an deren Steg das stolze Schiff nun lag. Die Matroseln beschäftigten sich damit, die schwere Windmaschine auszuladen. „Reisende nehmen lieber den Siebener, der auch nur sechzehn Minuten braucht.“
Bestürzt kramte Schalk nach seinem Fahrplan.
„So inszenieren wir“ fuhr der Seemann fort, „auf jeder Überfahrt einen Sturm. Exklussiv für die Passagiere.“
„Aber hier waren es zwei Stürme.“ warf Rubosch ein.
„Ja.“ nickte der Kapitän. „Als der erste Sturm vorrüber war hatte ein besonders gewitzter Matrosel die Idee mit der hellen Leuchte. Das fanden wir toll. Das mussten wir gleich ausprobieren.“
„Und wie haben Sie das Schiff so zum Schaukeln gebracht?“ erkundigte sich Schalk. „Berufsgeheimnis.“ Der Kapitän zwinkerte.
„Wir hätten den Siebener nehmen können.“ erklärte Schalk später bei unserem ersten Spaziergang in Übersee. „Nur hätten wir Anschlusschwirigkeiten gehabt: Der Zweier kommt erst zwei Minuten später an, nachdem der Siebener abfährt. Wir hätten eine halbe Stunde auf den nächsten warten müssen.“
Wir nickten und waren uns einig, dass wir eine schöne Reise nach Übersee hatten. „Immerhin haben wir einen Sturm erlebt.“ lachte Rubosch. „Und das Seefahrerleben hat uns doch auch Spass gemacht, oder?“ „Im Siebener hätten wir nichts dergleichen erlebt. Da wäre höchstens mal der Schäffner vorbeigekommen.“ stimmte Schalk zu.
So waren wir also in Übersee angekommen. Ein fernes Land mit fremden Sitten und Menschen. Wir wunderten uns über so vieles, was wir sahen und nicht verstanden. Aber es war ein gastfreundliches Land. Schon bei unserer Ankunft wurden wir begrüsst und bekamen Ringe aus Blumen umgelegt. Die Leute umschwirrten uns und staunten; waren wir für sie doch genauso fremd wie sie für uns. Der Pulk von neugierigen Eingeborenen liess uns nicht mehr allein, verfolgte jeden unserer Schritte, war ständig um uns herum. Nahm uns auch manchesmal die Sicht auf Sehenswürdigkeiten und Bauwerke, die uns selbstverständlich sehr interessierten. Auch als die Nacht hereinbrach verleissen uns die Gastgeber nicht. Wie es in fernen Ländern üblich war, kühlte es auch in Übersee nachts sehr schnell ab. Nichts vom frühlingshaften Klima blieb, manchmal konnte es sogar schneien. Unsere Gastgeber froren nun. Sie trugen ihre Sommerkleidung und hatten nicht mit Besuch gerechnet, der über Nacht blieb.
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