Der Streit
Scholz riss seine Überlegungen noch mal an, dass das Leben von Geburt bis Tod und darüber hinaus, Befruchtung, Verwesung, Vorfahren, Nachkommen, und all das ein einziger Entwicklungsprozess sei, und sich jedes Geschöpf von Anfang bis Ende bewege.
„Und dabei“ setzte Schalk ein, um seinen Argumenten wieder Platz zu machen. „Und dabei strebt es nach den bestmöglichen Bedingungen.“
Rubosch und der Kapitän hatten inzwischen Klapptisch und Stühle herbeigetragen. Der Kapitän schüttete eine schöne Tischdecke aus und Rubosch sammelte buntes Unkraut für ein Väschen, das er auf den Tisch zu stellen gedachte.
„Je besser es einem Menschen geht, desto höher sind seine Lebenserwartungen.“ Schalk nahm Platz. „Desto länger kann er das Ende hinauszögern.“
Scholz sah zu, wie Rubosch liebevoll seinen Strauss arrangierte und auf der Tischdecke plazierte. Der Kapitän roch Pfeife schmauchend an einem Gänsblümchen, steckte es sich ins Knopfloch und grinste.
Rubosch grinste auch, wollte sich auch ein Gänseblümchen aus der Vase ziehen, stiess sie aber um und verschüttete Wasser und Kraut auf der Tischdecke.
„Sie Tolpatsch!“ entfuhr es dem Kapitän. Doch Rubosch zauberte siegend einen Wischlappen hervor.
Scholz gegenargumentierte nun heftig auf Schalks Äusserungen hin: „Wie können Sie auf dermassen materielle Gedanken kommen?“
Rubosch und der Kapitän waren dabei, die nasse Tischdecke auszuwringen.
„Sie können doch nicht tatsächlich annehmen, dass dergleichen Ihr Seelenleben darstellt! Sehen Sie sich doch die Hecke an!“ Er drehte sich zu dem unordentlich gewachsenen Gestrüpp.
„So oft Sie auch schneiden, sie verwächst ja doch. Und das Anwesen. Farbe bröckelt vom Putz schon zehn Monate nach dem letzten Anstrich.“
Wie zur Untermalung fiel vom Putz des Hauses ein kleiner Teil herunter.
Rubosch sprang halb auf, um etwas zu retten, begriff aber gleich den rethorischen Aspekt und sank verschmitzt in seinen Stuhl zurück.
„Und nicht zuletzt Sie selbst.“ Scholz drehte sich zu Schalk um, der schreckte auf. „Wann haben Sie sich zum letzten mal rasiert?“
Schalk untersuchte sein Kinn.
Auch wir anderen tasteten instinktiv unsere Gesichter ab und gaben Scholz mit seinen Andeutungen recht.
Dieser fuhr nach gelungener Pause fort: „So unterliegen doch alle Dinge einschliesslich den Menschen der Vergänglichkeit. Denn irgendwann sind wir ja nicht mehr. da wird sich zeigen, was Ihnen die gepflegte Hecke nützt.“
„Und wer sie dann noch weiterpflegt!“ warf Rubosch ein.
„Ja ja...“ beleidigt machte Schalk eine abweisende Handbewegung in Richtung Scholz und wandte sich ab. „Das alte Lied vom Tod.“ sprach er. „Das kommt immer als Argument, wenn es ums Arbeiten geht. Wenn es nach Ihnen ginge, wucherte die Hecke schon seit Jahren.“
„Klar, dazu ist sie gemacht.“ bemerkte Scholz.
„Und die Gartenanlage wäre ein einziger Urwald.“ grummelte Schalk.
„Ich habe den Garten und die Hecke sowieso nie gemocht.“ erwiderte Scholz. „Die geplanten Baumreihen und die kurze Wiese empfand ich stets als beklemmend und entfreiend.“
Schalk stand wütend auf. „Aber dennoch sind Sie gerne und oft hier?“ „Nun ja, die nette Gesellschaft, der Witz und der Port! Gute Gründe, finden Sie nicht?“ antwortete Scholz. Bei diesen Worten erhob Rubosch sein Glas und prostete laut.
„Ausserdem“ fuhr Scholz fort, „Ausserdem habe ich lange benötigt, mir dessen bewusst zu werden. Ein Haus haben, heisst darin zu bleiben. Wie soll ich da vorwärts kommen, ohne gleich anzustossen?“
Scholz richtete sich auf und sprach zu uns allen: „Und ich will doch vorwärts. Will stets neues und unbekanntes lernen. Dazu muss ich doch weiter. Zuhause ist gewöhnlich. Da sitze ich und irgendwann ist die Zeit abgelaufen.“
Rubosch runzelte die Stirn. „Oder Sie stehen.“ Nach kurzem Nachdenken fügte er für sich hinzu: „Oder Sitzen und Stehen? Gleichzeitig?“
Darauf ging Scholz jedoch nicht ein. Er lachte (ein wenig zu künstlich) auf: „Da packe ich doch mein Bündel und schmeisse mich in diesen Strom aus Zeit. Schneller als der sein und etwas erreichen. Darauf die Kraft verwenden.“
Schalk sah zu Rubosch und dem Kapitän. „Finden Sie nicht auch, dass das arg fadenscheinige Gründe sind, einem armen Gestrüpp die Befreiung vom schweren Herbstlaub zu verwehren?“
Rubosch nickte, der Kapitän sagte nichts. Scholz zuckte wütend zusammen. „Das ist nicht gerecht! Ich habe nur meine Ansichten dargelegt!“
„Ich sage Ihnen etwas, Scholz.“ Mit Ihren Ansichten werden Sie sehr wahrscheinlich auf Ihre Nase fallen.“ Schalk rückte sich seinen Gartenstuhl zurecht und setzte sich wieder an den Tisch. Rubosch zur Linken, den Kapitän zur Rechten. „Vielleicht noch nicht bald, aber sehr sehr wahrscheinlich.“
Altklug lehnte er sich vor. „Es ehrt Sie ja, wenn Sie lernen; sich vorwärts bewegen wollen. Haben wir ja bereits festgestellt, dass es viel zu wenig sind, die sich bewusst entwickeln wollen. Aber Sie sollten dabei die Realitäten beachten. Im biologisch evolutinären Sinne nämlich zählt zur Entwicklung nicht nur Vorwärtsbewegung, sondern auch Erhaltung der Art. Was sich ein Wesen erarbeitet hat muss es halten, damit es stets darauf bauen kann. Ein schöner fensterladen beispielsweise nutzt nichts, wenn man dafür das Fenster hergegeben hat.“
„Und zieht fürchterlich.“ wusste Rubosch hinzuzufügen.
Schalk ergänzte: „Und wenn Sie Ihr Schneckenhäuschen überall mittragen, kann es Ihnen passieren, sie frieren.“
„Aber findet man sich nicht zu sehr mit seiner Situation ab, wenn man bleibt?“ warf Scholz seinerseits ein. „Stellen sich da nicht auf Dauer die gleichen Aufgaben ein, deren Meisterung zugegebenermassen anfangs noch Herausforderung ist, dann aber abschmackt?“
Das Grollen des Donners unterbrach. Ehe wir uns versahen regnete es wieder. „Traue dem Frühling nicht vor dem Sommer.“ bemerkte Rubosch. „Oder wie ging der Spruch?“
Eilig trugen wir Tisch, Stühle und Tischdecke ins Haus. Rubosch nahm die Vase und schleuderte das Unkraut davon.
In der Stube war es warm, das Kaminfeuer war als Glut erhalten geblieben.
„Wo wären wir jetzt ohne Dach über dem Kopf?“ Die Betonung lag auf `jetzt´ und Schalk sah Scholz vorwurfsvoll an.
Gekränkt drehte sich Scholz zur Tür. „Ich kann gehen.“
„Nein, bleiben Sie!“ bat Rubosch und blitzte Schalk böse an. „Ich habe schliesslich auch etwas zu sagen.“ Er stemmte die Hände in die Hüften. „Und Scholz ist immerhin ein guter Freund.!“
Schalk wandte sich beleidigt ab. „Ich habe ihn nicht fortgeschickt.“
Rubosch drehte sich abwechselnd zu Schalk und Scholz, beide mit dem Rücken zu ihm stehend, er in der Mitte.
„Bitte setzt Euch wieder, ja? Der Herr Kapitän wird uns eines seiner Erlebnisse schildern.“
Aber die Stimmung unserer geselligen Runde war dahin.
Als der Besuch fort war, Rubosch, Schalk und ich zum Schlummertrunk am Kamin sassen, war immer noch keinem von uns nach Spass und ähnlichem zumute.
Rubosch hatte nachgedacht´. „Wir können die Hecke auch zu dritt schneiden. Wenn Scholz doch nicht will, so muss er doch nicht helfen. Da muss sich doch niemand so schlimm streiten.“
Bei richtigen Freunden ist Streit keine tragische Sache. Oft lernen sie sich dabei näher kennen und erfahren viel übereinander. Finden sie darüber hinaus wieder zueinander bestätigt das nur die Freundschaft. Schlimm sei heute nur die Tatsache gewesen, dass Scholz so grundlegend andere Gedanken habe wie Schalk, erklärte dieser. Nicht, dass er den alten Freund deswegen weniger mochte. Aber die Episode mit der Hecke habe doch deutlich gemacht, dass sich da Reibungsmomente auftun. Dass Scholz an Gartenfesten und Plauderein teilnahm und das Anwesen genoss, ohne auch bereit zu sein, seinen Beitrag zu dessen Erhalt zu leisten kränke Schalk doch irgendwo. Und Toleranz hier und Freundschaft da, da sei doch immer ein Haken zwischen beiden.
Rubosch nickte. „Freundschaft ist teuer und lange wartet man auf Rendite.“
Das Feuer knisterte. „Wissen Sie, Schalk, ich verstehe beide Seiten ein bisschen. Immerhin sind Sie sozusagen alle beide Sandkastengefährten.“ Rubosch klopfte Schalk aufmunternd auf die Schulter. „Und schon damals waren wir ständig am Prügeln, weil jeder Recht haben wollte. Und wer hatte letztendlich immer Recht?“
Schalk zuckte mit den Schultern, ich wusste es auch nicht.
Rubosch schenkte uns nach, hob besserwissend das Glas und die Augenbraue. „Ich.“
Und wir mussten laut lachen.
„Und dabei“ setzte Schalk ein, um seinen Argumenten wieder Platz zu machen. „Und dabei strebt es nach den bestmöglichen Bedingungen.“
Rubosch und der Kapitän hatten inzwischen Klapptisch und Stühle herbeigetragen. Der Kapitän schüttete eine schöne Tischdecke aus und Rubosch sammelte buntes Unkraut für ein Väschen, das er auf den Tisch zu stellen gedachte.
„Je besser es einem Menschen geht, desto höher sind seine Lebenserwartungen.“ Schalk nahm Platz. „Desto länger kann er das Ende hinauszögern.“
Scholz sah zu, wie Rubosch liebevoll seinen Strauss arrangierte und auf der Tischdecke plazierte. Der Kapitän roch Pfeife schmauchend an einem Gänsblümchen, steckte es sich ins Knopfloch und grinste.
Rubosch grinste auch, wollte sich auch ein Gänseblümchen aus der Vase ziehen, stiess sie aber um und verschüttete Wasser und Kraut auf der Tischdecke.
„Sie Tolpatsch!“ entfuhr es dem Kapitän. Doch Rubosch zauberte siegend einen Wischlappen hervor.
Scholz gegenargumentierte nun heftig auf Schalks Äusserungen hin: „Wie können Sie auf dermassen materielle Gedanken kommen?“
Rubosch und der Kapitän waren dabei, die nasse Tischdecke auszuwringen.
„Sie können doch nicht tatsächlich annehmen, dass dergleichen Ihr Seelenleben darstellt! Sehen Sie sich doch die Hecke an!“ Er drehte sich zu dem unordentlich gewachsenen Gestrüpp.
„So oft Sie auch schneiden, sie verwächst ja doch. Und das Anwesen. Farbe bröckelt vom Putz schon zehn Monate nach dem letzten Anstrich.“
Wie zur Untermalung fiel vom Putz des Hauses ein kleiner Teil herunter.
Rubosch sprang halb auf, um etwas zu retten, begriff aber gleich den rethorischen Aspekt und sank verschmitzt in seinen Stuhl zurück.
„Und nicht zuletzt Sie selbst.“ Scholz drehte sich zu Schalk um, der schreckte auf. „Wann haben Sie sich zum letzten mal rasiert?“
Schalk untersuchte sein Kinn.
Auch wir anderen tasteten instinktiv unsere Gesichter ab und gaben Scholz mit seinen Andeutungen recht.
Dieser fuhr nach gelungener Pause fort: „So unterliegen doch alle Dinge einschliesslich den Menschen der Vergänglichkeit. Denn irgendwann sind wir ja nicht mehr. da wird sich zeigen, was Ihnen die gepflegte Hecke nützt.“
„Und wer sie dann noch weiterpflegt!“ warf Rubosch ein.
„Ja ja...“ beleidigt machte Schalk eine abweisende Handbewegung in Richtung Scholz und wandte sich ab. „Das alte Lied vom Tod.“ sprach er. „Das kommt immer als Argument, wenn es ums Arbeiten geht. Wenn es nach Ihnen ginge, wucherte die Hecke schon seit Jahren.“
„Klar, dazu ist sie gemacht.“ bemerkte Scholz.
„Und die Gartenanlage wäre ein einziger Urwald.“ grummelte Schalk.
„Ich habe den Garten und die Hecke sowieso nie gemocht.“ erwiderte Scholz. „Die geplanten Baumreihen und die kurze Wiese empfand ich stets als beklemmend und entfreiend.“
Schalk stand wütend auf. „Aber dennoch sind Sie gerne und oft hier?“ „Nun ja, die nette Gesellschaft, der Witz und der Port! Gute Gründe, finden Sie nicht?“ antwortete Scholz. Bei diesen Worten erhob Rubosch sein Glas und prostete laut.
„Ausserdem“ fuhr Scholz fort, „Ausserdem habe ich lange benötigt, mir dessen bewusst zu werden. Ein Haus haben, heisst darin zu bleiben. Wie soll ich da vorwärts kommen, ohne gleich anzustossen?“
Scholz richtete sich auf und sprach zu uns allen: „Und ich will doch vorwärts. Will stets neues und unbekanntes lernen. Dazu muss ich doch weiter. Zuhause ist gewöhnlich. Da sitze ich und irgendwann ist die Zeit abgelaufen.“
Rubosch runzelte die Stirn. „Oder Sie stehen.“ Nach kurzem Nachdenken fügte er für sich hinzu: „Oder Sitzen und Stehen? Gleichzeitig?“
Darauf ging Scholz jedoch nicht ein. Er lachte (ein wenig zu künstlich) auf: „Da packe ich doch mein Bündel und schmeisse mich in diesen Strom aus Zeit. Schneller als der sein und etwas erreichen. Darauf die Kraft verwenden.“
Schalk sah zu Rubosch und dem Kapitän. „Finden Sie nicht auch, dass das arg fadenscheinige Gründe sind, einem armen Gestrüpp die Befreiung vom schweren Herbstlaub zu verwehren?“
Rubosch nickte, der Kapitän sagte nichts. Scholz zuckte wütend zusammen. „Das ist nicht gerecht! Ich habe nur meine Ansichten dargelegt!“
„Ich sage Ihnen etwas, Scholz.“ Mit Ihren Ansichten werden Sie sehr wahrscheinlich auf Ihre Nase fallen.“ Schalk rückte sich seinen Gartenstuhl zurecht und setzte sich wieder an den Tisch. Rubosch zur Linken, den Kapitän zur Rechten. „Vielleicht noch nicht bald, aber sehr sehr wahrscheinlich.“
Altklug lehnte er sich vor. „Es ehrt Sie ja, wenn Sie lernen; sich vorwärts bewegen wollen. Haben wir ja bereits festgestellt, dass es viel zu wenig sind, die sich bewusst entwickeln wollen. Aber Sie sollten dabei die Realitäten beachten. Im biologisch evolutinären Sinne nämlich zählt zur Entwicklung nicht nur Vorwärtsbewegung, sondern auch Erhaltung der Art. Was sich ein Wesen erarbeitet hat muss es halten, damit es stets darauf bauen kann. Ein schöner fensterladen beispielsweise nutzt nichts, wenn man dafür das Fenster hergegeben hat.“
„Und zieht fürchterlich.“ wusste Rubosch hinzuzufügen.
Schalk ergänzte: „Und wenn Sie Ihr Schneckenhäuschen überall mittragen, kann es Ihnen passieren, sie frieren.“
„Aber findet man sich nicht zu sehr mit seiner Situation ab, wenn man bleibt?“ warf Scholz seinerseits ein. „Stellen sich da nicht auf Dauer die gleichen Aufgaben ein, deren Meisterung zugegebenermassen anfangs noch Herausforderung ist, dann aber abschmackt?“
Das Grollen des Donners unterbrach. Ehe wir uns versahen regnete es wieder. „Traue dem Frühling nicht vor dem Sommer.“ bemerkte Rubosch. „Oder wie ging der Spruch?“
Eilig trugen wir Tisch, Stühle und Tischdecke ins Haus. Rubosch nahm die Vase und schleuderte das Unkraut davon.
In der Stube war es warm, das Kaminfeuer war als Glut erhalten geblieben.
„Wo wären wir jetzt ohne Dach über dem Kopf?“ Die Betonung lag auf `jetzt´ und Schalk sah Scholz vorwurfsvoll an.
Gekränkt drehte sich Scholz zur Tür. „Ich kann gehen.“
„Nein, bleiben Sie!“ bat Rubosch und blitzte Schalk böse an. „Ich habe schliesslich auch etwas zu sagen.“ Er stemmte die Hände in die Hüften. „Und Scholz ist immerhin ein guter Freund.!“
Schalk wandte sich beleidigt ab. „Ich habe ihn nicht fortgeschickt.“
Rubosch drehte sich abwechselnd zu Schalk und Scholz, beide mit dem Rücken zu ihm stehend, er in der Mitte.
„Bitte setzt Euch wieder, ja? Der Herr Kapitän wird uns eines seiner Erlebnisse schildern.“
Aber die Stimmung unserer geselligen Runde war dahin.
Als der Besuch fort war, Rubosch, Schalk und ich zum Schlummertrunk am Kamin sassen, war immer noch keinem von uns nach Spass und ähnlichem zumute.
Rubosch hatte nachgedacht´. „Wir können die Hecke auch zu dritt schneiden. Wenn Scholz doch nicht will, so muss er doch nicht helfen. Da muss sich doch niemand so schlimm streiten.“
Bei richtigen Freunden ist Streit keine tragische Sache. Oft lernen sie sich dabei näher kennen und erfahren viel übereinander. Finden sie darüber hinaus wieder zueinander bestätigt das nur die Freundschaft. Schlimm sei heute nur die Tatsache gewesen, dass Scholz so grundlegend andere Gedanken habe wie Schalk, erklärte dieser. Nicht, dass er den alten Freund deswegen weniger mochte. Aber die Episode mit der Hecke habe doch deutlich gemacht, dass sich da Reibungsmomente auftun. Dass Scholz an Gartenfesten und Plauderein teilnahm und das Anwesen genoss, ohne auch bereit zu sein, seinen Beitrag zu dessen Erhalt zu leisten kränke Schalk doch irgendwo. Und Toleranz hier und Freundschaft da, da sei doch immer ein Haken zwischen beiden.
Rubosch nickte. „Freundschaft ist teuer und lange wartet man auf Rendite.“
Das Feuer knisterte. „Wissen Sie, Schalk, ich verstehe beide Seiten ein bisschen. Immerhin sind Sie sozusagen alle beide Sandkastengefährten.“ Rubosch klopfte Schalk aufmunternd auf die Schulter. „Und schon damals waren wir ständig am Prügeln, weil jeder Recht haben wollte. Und wer hatte letztendlich immer Recht?“
Schalk zuckte mit den Schultern, ich wusste es auch nicht.
Rubosch schenkte uns nach, hob besserwissend das Glas und die Augenbraue. „Ich.“
Und wir mussten laut lachen.
<< Home