29.12.05

21

Wir naschten Knabbereien und Scholz schenkte uns neuen Wein ein. Er rückte sich einen Stuhl zurecht. Der Lehnsessel blieb leer. Rubosch sah fragend zwischen Scholz und dem Sessel hin und her, während er sich drückend und quetschend ein wenig mehr Platz auf dem Sofa verschaffte. Als wir das ungeachtet liessen und uns wieder mit Scholz ins Gespräch vertieften drückte Rubosch seinen Oberschenkel gegen meinen und hatte nun sein Hinterteil halb auf dem Sofa.
Scholz redete und wir hörten gespannt zu. Rubosch tat so, als habe er es aufgegeben, eine bequemere Position zu bekommen und blickte Scholz aufmerksam an.

In einem unerwarteten Moment drückte er rasch sein gesamtes Gewicht in die enge Spalte zwischen Schalk und mir. Dieser Einsatz hatte Erfolg, Schalk und ich wurden in die Lehnen des Sofas gedrückt. Bevor wir mit einem Gegenangriff starten konnten, griff Rubosch scheinheilig grinsend die Unterhaltung mit Scholz auf: „Mann, Scholz, alter Lump! Erinnern Sie sich nicht mehr an die grossen Zeiten im Sandkasten?“ Er erhob sein Glas. „Da waren Sie es, Scholz, der eine eingestürzte Sandburg wieder aufbaute!“
„Und der Angriff dieser ekelerregenden Spinne!“ stimmte Schalk zu. Rubosch lachte und hielt sein Glas noch weiter von sich gestreckt. Da ein gefülltes Glas hätte überschwappen müssen, konnte Scholz daraus schliessen, dass es leer war und goss nach.
„Sie wehrten das Ungetüm mit einer kleinen Einheit Zinnsoldaten ab!“ jubelten Rubosch und Schalk. „Keine Verluste!“ sprach Rubosch weiter. „Und das Spinnenviech kam nie wieder zurück.“

„Und wissen Sie noch, was Scholz antwortete, als wir zum Essen gerufen wurden?“ fragte Schalk, die alten Abenteuer wieder aufwärmend. Rubosch beugte sich lachend vor und ahmte eine graziöse Verbeugung an. „Der Feind möge kommen, aber auch wieder gehen.“
Schalk nutzte Ruboschs kleine Vorführung und breitete sich auf dem Sofa auf, so dass Rubosch an dessen vorderen Rand festgekeilt war.