29.12.05

23

Auf einer Wiese brachte uns Scholz ein hiesiges Ballspiel bei. Dabei stellten wir uns alle in einer Reihe auf. Hinter unseren Rücken sollten wir den Ball entlang führen. Wer ihn fallen liess, schied aus.

Wir spielten einige vergnügte Stunden, bis Schalk sich beschwerte, wann der Ball endlich einmal ihn erreiche.
Er war der letzte in der Reihe. Scholz, der erste rief: „Aber ich habe ihn doch zu Beginn des Spieles hinter meinem Rücken weitergegeben. An den Herrn Gelehrten.“
Der beteuerte, ihn an Rubosch weitergegeben zu haben.
Nach Rubosch wäre ich, dann Schalk an der reihe gewesen. Schalk und ich hatten den Ball noch nicht bekommen, folglich befand er sich hinter Ruboschs Rücken.

Der errötete und gestand: „Ich habe das Leder nicht richtig zu fassen gekriegt und zu Boden purzeln lassen. Bis jetzt hatte ich mich noch nicht getraut, es zuzugeben.“
„Und wenn wir es nicht bemerkt hätten?“ fragte Schalk. „Wann hätten Sie´s gestanden?“
Rubosch dachte kurz nach. „Ich hätte es vermutlich nach fünf Minuten gesagt. Vielleicht hätte ich bis dahin einen gewissen Punktestand ausbauen können.“

Rubosch schied aus. Wir waren nur noch vier Spieler. Doch die Regeln besagten, dass fünf Spieler benötigt wurden.

Rubosch sass am Rande der Wiese und wartete gespannt darauf, wie wir uns entscheiden würden.
„Jedenfalls können wir nicht zu viert spielen.“ betonte Scholz. „Rubosch wieder mitspielen lassen wäre erst recht gegen die Regeln. Dann könnten wir gleich zu viert spielen.“

So wurde das Spiel mit Überlegen verzögert. Als die Sonne ihren Zenit schon lange überschritten hatte, kamen wir unter Druck. „Eine Runde müssten wir doch noch schaffen.“

Die Rettung kam kurz vor Sonnenuntergang: Der alte Kapitän schaute auf Landurlaub herein.
Schnell wurde die Runde durchgespielt.

Diesmal war es der Kapitän. Er hatte gar nicht erst versucht, den Ball in Empfang zu nehmen, wie er später erklärte. Ihm liege gar nichts daran, dieses Spiel zu gewinnen.