37
In der folgenden Nacht ereigneten sich wieder keine besonderen Vorfälle. Mit der Ausnahme, dass der Basskolibri sich wieder meldete. Sein Klagen und Jammern war so erbärmlich, dass es Schalk schon wieder leid tat. Fast wäre er wieder vor das Zelt getreten, um dem armen Tier zu helfen, doch da erinnerte er sich wieder an seinen schweren Kopf am vorangegangenen Tag.
Ausgeruht und ausgeschlafen machten sich die Expeditionsteilnehmer am nächsten Morgen auf den Weg. „Die übriggebliebenen Expeditionsteilnehmer!“ korrigierte Schalk. Denn er wollte für alle noch einmal unmissverständlich klarmachen, dass es nun in erster Linie um die Eile ginge, Rubosch aus den Klauen der bösen Buschleute zu befreien.
So marschierten wir los. Doch Schalk war ungeduldig. „Den gestrigen Tag vertrödelten wir mit der Relativitätstheorie des Kapitäns.“ Beschwerte er sich bei mir. „Wir hätten viel schneller handeln müssen. Dachte ich doch eigentlich, der Kapitän sei ein Mann der Tat.“
Nachdenklich betrachtete er den schlafenden Kapitän auf seinem Waldschwein, welches heute besonders langsam hinter uns hertrottete.
Auch Scholz schien nicht besonders in Hetze zu sein. Der sah sich schlendernd links und rechts von unserer Schneise die Pflanzen an und blieb gerne mal stehen, um ein Insekt genauer zu betrachten, oder um zu warten, bis das Waldschwein zu uns aufgeschlossen war.
Einmal fing er sogar an, mit dem Schwein Holdasstöckchen zu spielen.
Da platzte Schalk der Kragen. Was wir uns eigentlich dachten. Rubosch benötigte unsere Hilfe wie kein anderer und wir spielten Urlaub.
Als niemand so recht auf die Schelte reagieren wollte zog er sich sein Schmetterlingsnetz zurecht und begann, strammen Marsches sein Ziel zu verfolgen.
Rasch hatte er uns abgehängt und erreichte sehr bald unser eigentliches Nachtlager, dass der Buschmann vor Ruboschs Verschwinden errichtet hatte.
Der Buschmann wartete schon den halben Tag. „Weil diese Etappe ja schon längst stand und ich keine Schneise in den Busch schlagen musste. Nur ein paar Stellen waren schon wieder zugewachsen.“
Es bot sich ein trauriger Anblick. Das Lager war verwüstet. Das Zelt lag in kleine Schnipsel gerissen auf dem Boden verteilt herum. Die liebevoll arrangierte Feuerstelle war zertreten und sogar die kühlende Sandgrube, in der sich das Waldschwein gerne ausruhte war wieder aufgefühlt worden.
„Sie haben uns letzte Nacht hier aufgelauert.“ Kombinierte der Buschmann. „Und als wir nicht eintrafen zerstörten sie einfach aus Lust und Laune.“
„Meinen Sie, sie hätten uns auch gefangen genommen?“ fragte Schalk erschrocken.
„Natürlich. Wir bewegen uns auf dem Territorium der bösen Buschleute. Das ärgert die zwar nicht richtig, ist aber willkommener Anlass für sie, sich kriegerisch zu benehmen.“
Als wir anderen im Lager eintrafen, hatten der Buschmann und Schalk wieder alles gerichtet.
Schalk war auch nicht mehr verstimmt. Ihm war viel zu gruselig zumute ob der Geschichten über böse Buschleute, die ihm der Buschmann beim Warten erzählt hatte.
Als sich das Waldschwein seine wohlverdiente Pause in der kühlen Grube genehmigte streckte sich der Kapitän ausführlich, zückte seine Schmauchepfeife, stopfte sie und hatte offensichtlich etwas wichtiges zu sagen. Schalk ging nicht auf das Gehabe ein und schmollte ein wenig.
Wir anderen waren gespannt und erduldeten die rhetorische und stumme Einleitung des Kapitäns.
Schließlich rückte er damit heraus: „Ich habe eine Spur gefunden.“
„Wie das denn?“ rief Schalk sarkastisch. Der hatte sich beim Schmollen einen Stock gegriffen, hieb damit ein wenig auf das Unterholz ein und hatte sich einige Meter vom Lager entfernt. „Sie haben doch die ganze Zeit geschlafen.“
Der Kapitän ließ sich mit seiner Antwort viel Zeit und wir befürchteten, er sei wieder eingenickt. Aber er grinste. „Gut, ich habe die Spur finden lassen. Vom Waldschwein.“
Er hielt einen angeknickten Ast in die Höhe. „Aber ich war es, der sie als Spur identifizierte.“
Der Ast war – wie gesagt – an einer Stelle eingeknickt. „Da Holz immer an der Seite, an der ständig Wind weht von Moos bewachsen ist, kann man die Himmelsrichtung feststellen, in welche der Ast umgeknickt wurde.“
Der Kapitän kniff konzentriert die Augen zusammen und studierte den Ast. „Und die ist Süd-West.“
Der Buschmann ließ sich den Stock geben und nickte. „Genauer gesagt Süd-Süd-West.“ Und er schaute sich um und zeigte in die entsprechende Richtung. „Wir müssen dort entlang.“
Ausgeruht und ausgeschlafen machten sich die Expeditionsteilnehmer am nächsten Morgen auf den Weg. „Die übriggebliebenen Expeditionsteilnehmer!“ korrigierte Schalk. Denn er wollte für alle noch einmal unmissverständlich klarmachen, dass es nun in erster Linie um die Eile ginge, Rubosch aus den Klauen der bösen Buschleute zu befreien.
So marschierten wir los. Doch Schalk war ungeduldig. „Den gestrigen Tag vertrödelten wir mit der Relativitätstheorie des Kapitäns.“ Beschwerte er sich bei mir. „Wir hätten viel schneller handeln müssen. Dachte ich doch eigentlich, der Kapitän sei ein Mann der Tat.“
Nachdenklich betrachtete er den schlafenden Kapitän auf seinem Waldschwein, welches heute besonders langsam hinter uns hertrottete.
Auch Scholz schien nicht besonders in Hetze zu sein. Der sah sich schlendernd links und rechts von unserer Schneise die Pflanzen an und blieb gerne mal stehen, um ein Insekt genauer zu betrachten, oder um zu warten, bis das Waldschwein zu uns aufgeschlossen war.
Einmal fing er sogar an, mit dem Schwein Holdasstöckchen zu spielen.
Da platzte Schalk der Kragen. Was wir uns eigentlich dachten. Rubosch benötigte unsere Hilfe wie kein anderer und wir spielten Urlaub.
Als niemand so recht auf die Schelte reagieren wollte zog er sich sein Schmetterlingsnetz zurecht und begann, strammen Marsches sein Ziel zu verfolgen.
Rasch hatte er uns abgehängt und erreichte sehr bald unser eigentliches Nachtlager, dass der Buschmann vor Ruboschs Verschwinden errichtet hatte.
Der Buschmann wartete schon den halben Tag. „Weil diese Etappe ja schon längst stand und ich keine Schneise in den Busch schlagen musste. Nur ein paar Stellen waren schon wieder zugewachsen.“
Es bot sich ein trauriger Anblick. Das Lager war verwüstet. Das Zelt lag in kleine Schnipsel gerissen auf dem Boden verteilt herum. Die liebevoll arrangierte Feuerstelle war zertreten und sogar die kühlende Sandgrube, in der sich das Waldschwein gerne ausruhte war wieder aufgefühlt worden.
„Sie haben uns letzte Nacht hier aufgelauert.“ Kombinierte der Buschmann. „Und als wir nicht eintrafen zerstörten sie einfach aus Lust und Laune.“
„Meinen Sie, sie hätten uns auch gefangen genommen?“ fragte Schalk erschrocken.
„Natürlich. Wir bewegen uns auf dem Territorium der bösen Buschleute. Das ärgert die zwar nicht richtig, ist aber willkommener Anlass für sie, sich kriegerisch zu benehmen.“
Als wir anderen im Lager eintrafen, hatten der Buschmann und Schalk wieder alles gerichtet.
Schalk war auch nicht mehr verstimmt. Ihm war viel zu gruselig zumute ob der Geschichten über böse Buschleute, die ihm der Buschmann beim Warten erzählt hatte.
Als sich das Waldschwein seine wohlverdiente Pause in der kühlen Grube genehmigte streckte sich der Kapitän ausführlich, zückte seine Schmauchepfeife, stopfte sie und hatte offensichtlich etwas wichtiges zu sagen. Schalk ging nicht auf das Gehabe ein und schmollte ein wenig.
Wir anderen waren gespannt und erduldeten die rhetorische und stumme Einleitung des Kapitäns.
Schließlich rückte er damit heraus: „Ich habe eine Spur gefunden.“
„Wie das denn?“ rief Schalk sarkastisch. Der hatte sich beim Schmollen einen Stock gegriffen, hieb damit ein wenig auf das Unterholz ein und hatte sich einige Meter vom Lager entfernt. „Sie haben doch die ganze Zeit geschlafen.“
Der Kapitän ließ sich mit seiner Antwort viel Zeit und wir befürchteten, er sei wieder eingenickt. Aber er grinste. „Gut, ich habe die Spur finden lassen. Vom Waldschwein.“
Er hielt einen angeknickten Ast in die Höhe. „Aber ich war es, der sie als Spur identifizierte.“
Der Ast war – wie gesagt – an einer Stelle eingeknickt. „Da Holz immer an der Seite, an der ständig Wind weht von Moos bewachsen ist, kann man die Himmelsrichtung feststellen, in welche der Ast umgeknickt wurde.“
Der Kapitän kniff konzentriert die Augen zusammen und studierte den Ast. „Und die ist Süd-West.“
Der Buschmann ließ sich den Stock geben und nickte. „Genauer gesagt Süd-Süd-West.“ Und er schaute sich um und zeigte in die entsprechende Richtung. „Wir müssen dort entlang.“
<< Home